Schornstein-Kaminofen

 

Kann man Brennwerttechnik auch in älteren Heizanlagen einsetzen?

Ja, aber ältere Warmwasser-Heizungsanlagen wurden für relativ hohe Vorlauftemperaturen konzipiert. In der Regel erforderten sie zum Zeitpunkt des Neubaus der Anlage eine Vorlauftemperatur von 70 bis 90 °C - bezogen auf die niedrigste Außenlufttemperatur. Wurde später die Wärmedämmung des Hauses verbessert und neue Fenster eingebaut, verringerte sich die Heizlast des Gebäudes und die Anlagen konnten mit geringeren Vorlauftemperaturen betrieben werden. Nicht selten wurden statt der geplanten Heizkörper auch größere Heizkörper - aus Angst, dass es nicht richtig warm würde - eingebaut. Sehr viele Altanlagen kommen heute daher mit Vorlauftemperaturen um 60 °C aus. Wenn also Ihre Anlage bei minus 14 °C nicht mehr als 60 bis 70 °C benötigt, steht dem Einsatz der Brennwerttechnik nichts im Wege. Achten Sie bitte darauf, dass die Rücklauftemperatur im Schnitt um 20 bis 30 Grad unter der Vorlauftemperatur liegt. Sollte sich dies nicht von selbst ergeben, fragen Sie einen erfahrenen Heizungsbauer, wie durch Reduzierung der Umwälzgeschwindigkeit und einem sorgfältigen hydraulischen Abgleich die Rücklauftemperatur reduziert werden kann.

Die Abgase des Brennwertheizgerätes können Sie allerdings nicht in den vorhandenen Schornstein einleiten. Ein feuchteunempfindliches und säurebeständiges Abgassystem ist erforderlich.

Liegt die benötigte Vorlauftemperatur bei minus 14 °C über 70 °C, haben Sie zwei weitere Möglichkeiten Brennwerttechnik einzusetzen:

  1. Verbessern Sie zunächst die Wärmedämmung (»› Wärme sparen, Wärmedämmung, Übersicht) Ihres Hauses und senken Sie dadurch Ihre Heizlast. Sie verringern so die notwendige Vorlauftemperatur.

  2. Sie können Brennwertheizgeräte einsetzen, die mit einer Vorwärmung der Verbrennungsluft durch Wärmeübertragung aus dem Abgas arbeiten. Solche Brennwert-Geräte können auch bei einer vergleichsweise hohen Vor- und Rücklauftemperatur des Heizungssystems noch ordentlich kondensieren.

 

 Sind neue/größere Heizkörper notwendig?

Häufig wird die Brennwerttechnik mit der Begründung in Frage gestellt, dass neue/größere Heizkörper nötig seien und damit die Kosten der Anlage steigen. Es ist richtig, die besten Ergebnisse werden bei der Brennwerttechnik mit niedrigen Vor- und Rücklauftemperaturen erzielt, was im Grunde genommen größere Heizkörper erfordert.

Im Altbau sind die Heizkörper sehr oft überdimensioniert. Nach dem Einbau neuer Fenster, der Dachdämmung und anderen Dämmmaßnahmen werden die Heizkörper ja immer "größer" - bezogen auf die kleiner werdende Aufgabe, die Heizlast zu decken. Sie müssen nicht mehr die große Leistung wie in der Vergangenheit übertragen. Und selbst, wenn es einmal knapp zu geht bei der Dimensionierung: die meiste Zeit des Jahres ist - heiztechnisch gesehen - Übergangszeit, wo die Heizkörper auch mit niedrigen Vorlauf-Temperaturen die Wohnung noch gemütlich warm bekommen. So verzichten Sie nur an wenigen Tagen auf den hohen Wirkungsgrad eines Brennwertheizgerätes infolge ausbleibender Kondensation.

Niedrige Rücklauftemperaturen, die sicher zur Kondensation führen, sind auch nicht unbedingt an niedrige Vorlauftemperaturen gebunden.

Man kann  beim Einsatz von Brennwerttechnik ein Heizungssystem im Ein- oder Zweifamilienhaus durchaus auch mit einer Vorlauftemperatur von 70 °C und einer Rücklauftemperatur von 40 °C planen. Allerdings ist dann ein sorgfältiger hydraulischer Abgleich durchzuführen, was nicht gerne gemacht wird.

Gillissen | Copyright |2013-2016 | All rights reserved.